Seiko Lord Matic 5606-7310: Zifferblätter, Datierung und Kaufberatung
Bei der Seiko Lord Matic 5606-7310 zählen vor allem ein hervorragend erhaltenes Zifferblatt, scharfe Gehäusekonturen und ein solides Kaliber 5606A, nicht Hochglanzpolitur oder unbelegte Wartungsangaben.

Die Seiko Lord Matic 5606-7310 ist eine kompakte Automatikuhr mit Tages- und Datumsanzeige, deren Charakter maßgeblich vom Zifferblatt bestimmt wird. Exemplare aus den Jahren 1973 bis 1975 verbinden ein Edelstahlgehäuse mit dem Kaliber 5606A. Von uns vermessene Gehäuse haben ohne Krone einen Durchmesser von 35 bis 36 mm. Grüner Farbverlauf, blauer Sonnenschliff, vertikal strukturiertes Blau und zweifarbiges Blau prägen die bemerkenswerte Vielfalt dieser Referenz.
Beim Kauf sollte das Zifferblatt den Ausschlag geben. Eine sauber erhaltene vertikale Struktur oder ein unversehrter Farbverlauf wiegt schwerer als ein auf Hochglanz gebrachtes Gehäuse, denn weich polierte Konturen lassen sich durch eine übliche Wartung nicht wiederherstellen. Die gerahmte Tages- und Datumsanzeige bei 3 Uhr erhöht den Alltagsnutzen. Ein zweifarbig blaues Exemplar von 1975 besitzt eine Tagesscheibe mit englischen und japanischen Kanji-Zeichen. Fehlen Wartungsbelege, bleibt der technische Verlauf einer gebrauchten Seiko Lord Matic unbekannt.
Marke
Seiko
Modell
Lord Matic
Referenz
5606-7310
Bekannte Produktionsjahre
1973-1975
| Gehäusedurchmesser | 35-36 mm ohne Krone |
| Gehäusematerial | Edelstahl |
| Uhrwerk | Seiko Kaliber 5606A, automatisch |
| Anzahl der Steine | 23 Steine |
| Anzeige | Zeit sowie gerahmte Tages- und Datumsanzeige bei 3 Uhr |
| Bekannte Zifferblattausführungen | Grüner vertikaler Verlauf, blauer Sonnenschliff, tiefblaue vertikale Struktur und zweifarbiges Blau mit Mittelstreifen |
| Glas | Facettiertes Glas bei den untersuchten blauen Exemplaren |
Die Varianten im Überblick
Die grüne Ausführung zeigt einen vertikalen Farbverlauf, aufgesetzte goldfarbene Indizes und passende Stabzeiger. Die blauen Varianten bilden keine einheitliche Gruppe: Zu den bekannten Exemplaren zählen ein Zifferblatt mit Sonnenschliff und facettierten Indizes, ein tiefblaues Blatt mit vertikaler Linienstruktur sowie eine zweifarbige blaue Gestaltung mit Mittelstreifen. Facettierte Gläser erzeugen bei blauen Exemplaren zusätzliche Farbwechsel, sobald sich der Blickwinkel am Handgelenk verändert.
Entscheidend ist nicht eine vermeintliche Rangfolge der Varianten, sondern ihr Erhaltungszustand. Ein sauberes grünes Verlaufszifferblatt ist einem beschädigten zweifarbigen Blatt vorzuziehen, ebenso ein klar erhaltenes, vertikal gebürstetes blaues Blatt einer nachbearbeiteten Sonnenschliffausführung. Zeittypische Teile belegen lediglich, dass Seiko diese Gestaltung im betreffenden Zeitraum verwendete. Sie beweisen nicht, dass sämtliche Komponenten gemeinsam das Werk verließen. Ein Servicezifferblatt ist ein echtes werksseitiges Ersatzteil, ein neu bedrucktes oder überarbeitetes Blatt dagegen eine Nachbearbeitung.
Am Handgelenk
Mit 35 bis 36 mm Durchmesser ohne Krone trägt sich die 5606-7310 kompakt, wirkt durch ihre Zifferblattgestaltung jedoch ausgesprochen präsent. Aufgesetzte facettierte Indizes und goldfarbene Stabzeiger heben sich plastisch von der farbigen Fläche ab. Die gerahmte Tages- und Datumsanzeige bei 3 Uhr beansprucht mehr Raum als eine reine Zeitanzeige. So passt die Uhr gut an schmale und mittelgroße Handgelenke, während die Kalenderanzeige lesbar bleibt, ohne ein größeres Gehäuse zu verlangen.
Das facettierte Glas verändert die Wirkung blauer und vertikal strukturierter Zifferblätter mit jedem Betrachtungswinkel. Im Alltag ist dieser Effekt relevant, denn Kratzer oder Absplitterungen über einer Facette beeinträchtigen sowohl die Ablesbarkeit als auch das beabsichtigte Lichtspiel. Das Edelstahlgehäuse ist gegenüber beschichteten Alternativen die sachlichere Wahl. Dennoch verdienen klar definierte Gehäuselinien stets Vorrang vor einer frisch glänzenden Politur.
Worauf es beim Kauf ankommt
Die Qualität dieser Referenz liegt zuerst im Zifferblatt, danach in der Gehäusegeometrie und im Zustand des Uhrwerks. Farbe allein rechtfertigt keinen Vorrang: Beim grünen Verlauf muss der Übergang ungestört sein, beim linearen Blau die vertikale Struktur geschlossen wirken und beim zweifarbigen Blau der Mittelstreifen sauber erhalten bleiben. Ein nachbearbeitetes Zifferblatt mindert die Anziehungskraft stärker als gewöhnliche Tragespuren am Gehäuse, besonders wenn gerade die ursprüngliche Gestaltung den Reiz der Referenz ausmacht.
Ein häufiger Fehlgriff besteht darin, Schäden hinzunehmen, weil das Gehäuse stark aufpoliert wurde. Weiche Kanten, verrundete Übergänge und ungleichmäßige Flächen zeigen Materialabtrag. Keine Wartung kann die ursprüngliche Geometrie zurückbringen. Kratzer im Glas sind weniger gravierend, sofern sie die Facetten nicht stark durchziehen. Flecken auf dem Zifferblatt, fehlende aufgesetzte Elemente oder unpassende Zeiger schwächen dagegen unmittelbar die gestalterische Identität der 5606-7310.
Dass eine Automatikuhr läuft, erlaubt noch keinen Schluss auf den technischen Zustand. Bei einem Exemplar von 1975 wurde eine tägliche Vorgangabweichung von ungefähr 65 bis 70 Sekunden verzeichnet. Die Uhr ist damit zwar funktionsfähig, doch dies belegt weder eine gesunde Regulierung noch eine frühere Wartung. Ohne Belege bleibt der Wartungsverlauf unbekannt. Zwischen einem scharf konturierten Gehäuse mit sauberem Zifferblatt und einer polierten Uhr mit unbelegter Wartungsbehauptung verdient das schärfere Exemplar den Vorzug, wobei mechanische Arbeiten gesondert einzuplanen sind.
Diese Uhr datieren
| Seriennummernbereich / Kaliber | Jahr | Hinweis |
|---|---|---|
| 5606 | 1968-1976 | Produktionszeitraum des Kalibers |
Die Datierungsdaten stammen aus unseren Decoder-Tabellen; die Jahresangaben sind Näherungswerte.
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Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Zifferblattausführung: Zu den bekannten Zifferblättern der 5606-7310 gehören ein grüner vertikaler Verlauf, blauer Sonnenschliff, tiefblaue vertikale Struktur und zweifarbiges Blau mit Mittelstreifen. Druckbild und aufgesetzte Elemente müssen zur jeweiligen Ausführung passen und dürfen keine Hinweise auf Nachbearbeitung zeigen.
- Zeiger und aufgesetzte Elemente: Die bekannten grünen Exemplare verbinden aufgesetzte goldfarbene Indizes mit goldfarbenen Stabzeigern. Das zweifarbig blaue Exemplar von 1975 trägt goldfarbene Zeiger mit schwarzen Mittelstreifen. Vermischte Stilmerkmale können auf Ersatzteile oder eine aus mehreren Uhren zusammengesetzte Einheit hindeuten.
- Uhrwerk: Die bekannten Exemplare der 5606-7310 verwenden das automatische Seiko 5606A mit 23 Steinen. Ein anderes Kaliber widerspricht dieser Konfiguration. Das korrekte Kaliber allein beweist jedoch nicht, dass Gehäuse und Uhrwerk ursprünglich gemeinsam ausgeliefert wurden.
- Gehäusegeometrie: Bekannte Edelstahlgehäuse messen ohne Krone 35 oder 36 mm und bewahren bei geringer Politur klar definierte, kantige Linien. Weiche Übergänge oder verrundete Kanten zeigen abgetragenes Metall, sind für sich genommen jedoch kein Beweis für ein unechtes Gehäuse.
- Tages- und Datumsanzeige: Die gerahmte Tages- und Datumsanzeige sitzt bei 3 Uhr. Ein zweifarbig blaues Exemplar von 1975 besitzt englische Beschriftung und japanische Kanji-Zeichen. Eine zweisprachige Scheibe kann zeitlich passend sein, ohne ihre ursprüngliche Zugehörigkeit zur einzelnen Uhr zu beweisen.
Weitere 5606-7310, die wir versteigert haben

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