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    Seiko Lord Matic 5606-7230, Leitfaden für Sammler

    Die Seiko Lord Matic 5606-7230 überzeugt mit intaktem Facettenglas, ausdrucksstarkem Farbzifferblatt und Kaliber 5606A, nicht durch bloßen Gehäuseglanz.

    Seiko - Lord Matic - 5606-7230

    Die Seiko Lord Matic 5606-7230 lebt von einem Gestaltungseffekt, den nur wenige klassische Anzugsuhren bieten: Das stark facettierte Glas bricht den Blick auf das farbige Zifferblatt bei jeder Bewegung des Handgelenks neu. Exemplare aus 1972-1973 verbinden dieses Glas mit einem Edelstahlgehäuse, dem Automatikkaliber 5606A und applizierten, facettierten Indizes. Damit richtet sich diese Lord Matic an Sammler, die Glas und Zifferblatt als geschlossene, unverkennbar von den 1970er Jahren geprägte Komposition schätzen.

    Die Varianten unterscheiden sich vor allem durch das Zifferblatt. Bekannt sind Smaragdgrün mit Farbverlauf, tiefblauer Sonnenschliff, ein blauer Farbverlauf und eine strukturierte blaue Ausführung, jeweils mit applizierten Auflagen. Von uns vermessene Gehäuse liegen ohne Krone zwischen 36 mm und 37 mm. Die Uhr bleibt damit kompakt, während das Facettenglas ihre optische Präsenz bestimmt. Vorrang verdienen ein gleichmäßiges Zifferblatt und ein klar definiertes Glas, nicht oberflächlicher Gehäuseglanz.

    Sammlerratgeber zu Seiko

    Marke

    Seiko

    Modell

    Lord Matic

    Referenz

    5606-7230

    Bekannte Fertigungsjahre

    1972-1973

    GehäusematerialEdelstahl
    Gemessene Gehäusegröße36-37 mm ohne Krone
    WerkAutomatikkaliber 5606A
    Anzahl der Steine23 Steine
    Bekannte ZifferblattausführungenSmaragdgrün mit Farbverlauf, tiefblauer Sonnenschliff, blauer Farbverlauf und strukturiertes Blau
    GlasStark facettiert

    Die Modellvarianten

    Grüne und blaue Zifferblätter verleihen der Uhr am Handgelenk einen jeweils eigenen Ausdruck. Beim smaragdgrünen Verlauf geht ein helles Zentrum in dunklere Ränder über. Die blauen Ausführungen reichen dagegen vom Sonnenschliff über Farbverläufe bis zu einer deutlich strukturierten Oberfläche. Da gerade die Farbbehandlung den Charakter dieser Referenz prägt, ist ein gleichmäßiges Blatt mit unversehrten applizierten Indizes überzeugender als eine vermeintlich seltenere, aber beschädigte Variante.

    Alle hier behandelten Exemplare stammen aus 1972 oder 1973 und besitzen das Automatikkaliber 5606A mit 23 Steinen. Das Kaliber 5606 wurde im weiteren Zeitraum von 1968 bis 1976 gefertigt, doch daraus lässt sich keine einzelne Uhr datieren. Das korrekte Werk stützt die Schlüssigkeit der Referenz, sein Zustand und seine Wartungshistorie müssen jedoch unabhängig davon beurteilt werden.

    Worauf es beim Marktwert ankommt

    Das größte Gewicht hat ein gleichmäßig erhaltenes Zifferblatt mit werksseitiger Oberfläche unter einem scharf konturierten Facettenglas. Eine Überarbeitung ersetzt genau jene Farbübergänge, Strukturen und Druckdetails, welche diese Referenz auszeichnen. Ein gewöhnliches Ersatzglas wiederum beseitigt den prismatischen Effekt, auch wenn die Uhr technisch nutzbar bleibt. Bei zwei ansonsten vergleichbaren Exemplaren verdienen deshalb Zifferblatt und Glas den Vorrang vor einem auffällig glänzenden Gehäuse.

    Danach entscheidet die Gehäusedefinition. Die 5606-7230 besitzt eine kantige Edelstahlgeometrie, deren Linien durch wiederholtes Polieren weich werden. Applizierte Indizes und Logos sollten fest sitzen und mit dem Zustand des Zifferblatts ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Alterung an den Zeigern wiegt weniger schwer als ein beschädigtes Blatt, solange keine ausgeprägte Korrosion vorliegt und der Zeigersatz in sich geschlossen wirkt.

    Typische Schwachstellen

    Ein neu gestaltetes Zifferblatt ist bei der 5606-7230 der gravierendste Zustandsmangel, weil dabei Verlauf, Sonnenschliff oder Oberflächenstruktur der Referenz ersetzt werden, statt lediglich Gebrauchsspuren zu beheben. Danach folgt das Glas. Abrieb verrundet seine Facettenkanten und schwächt die wechselnden Reflexe über dem Zifferblatt. Ein glattes Ersatzglas verändert den Charakter noch deutlicher, selbst wenn es makellos erscheint.

    Zu starkes Polieren nimmt den kantigen Gehäuselinien ihre Präzision, und verlorenes Material lässt sich bei einer Wartung nicht zurückbringen. Zeiger können deutlich altern, obwohl das Zifferblatt sauber bleibt. Punktuelle Korrosion ist daher kritischer als eine gleichmäßige Farbveränderung. Das Automatikkaliber 5606A ist nach seinem tatsächlichen mechanischen Zustand zu beurteilen. Fehlen Belege, bleibt die Wartungshistorie unbekannt, und das Kaliberfenster 1968-1976 liefert dazu keine Aussage.

    Diese Uhr datieren

    Seriennummernbereich / KaliberJahrHinweis
    56061968-1976Fertigungszeitraum des Kalibers

    Die Datierungsdaten stammen aus unseren Decoder-Tabellen; die Jahresangaben sind Näherungswerte.

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    Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

    • Zifferblattauflagen und Oberfläche: Ein Zifferblatt der 5606-7230 sollte eine bekannte grüne oder blaue Ausführung mit applizierten, facettierten Indizes sowie applizierten Seiko und LM Logos verbinden. Ungleichmäßiger neuer Druck auf gealtertem Grund, versetzte Auflagen oder verlorene Struktur sprechen für eine Überarbeitung oder eine Montage aus Teilen.
    • Glasprofil: Die Referenz wird durch ein stark facettiertes Glas geprägt, das Reflexe über dem farbigen Zifferblatt auffächert. Ein glattes Ersatzglas, weich gewordene Facettenkanten oder starker Abrieb machen die Uhr nicht zwangsläufig unecht, verändern aber ihr korrektes Erscheinungsbild erheblich.
    • Gehäusegeometrie: Das Edelstahlgehäuse sollte seine kantigen Linien rund um das Facettenglas bewahrt haben. Verrundete Übergänge und weiche Kanten weisen auf wiederholtes Polieren hin. Eine Gehäuseform, die das charakteristische Glas nicht schlüssig aufnimmt, weckt den Verdacht auf eine Zusammenstellung aus Teilen.
    • Werkidentität: Verbaut sein sollte das Automatikkaliber 5606A mit 23 Steinen. Ein anderes Kaliber ist mit der von uns begutachteten Referenz nicht vereinbar. Das korrekte Werk allein belegt jedoch nicht, dass es seit der Fertigung mit genau diesem Gehäuse verbunden ist.
    • Zeiger und Alterung: Der Zeigersatz sollte neben den applizierten Indizes und im Verhältnis zum Zustand des Zifferblatts optisch schlüssig wirken. Punktuelle Korrosion auf sonst frischen Bauteilen oder stark abweichende Alterung zwischen den Zeigern kann auf Ersatzteile statt auf einheitlichen Verschleiß hindeuten.

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