Seiko Lord Matic 5606-6000: Das sollten Sie vor dem Kauf wissen
Die Seiko Lord Matic 5606-6000 ist eine kompakte Automatikuhr von 1971. Besonders überzeugend sind Exemplare mit unverfälschtem dunklem Zifferblatt und klar konturiertem Edelstahl-Kissengehäuse.

Die Lord Matic 5606-6000 bringt Seikos Formensprache der frühen 1970er Jahre in ein kompaktes Kissengehäuse aus Edelstahl. Ein dunkles Zifferblatt, die Wochentags- und Datumsanzeige sowie das automatische Kaliber 5606A prägen ihren alltagstauglichen Charakter. Aufgesetzte Seiko- und LM-Logos verleihen dem bewusst zurückhaltend proportionierten Gesicht zusätzliche Tiefe.
Bei der Auswahl zählen zuerst Zifferblatt und Gehäuse, nicht die Zahl der Lagersteine. Für die 5606-6000 sind mattschwarze und dunkelblaue Zifferblätter bekannt, wobei Blau bei gedämpftem Licht nahezu schwarz erscheinen kann. Steht ein nachbearbeitetes Zifferblatt in einem schärferen Gehäuse einem ehrlichen Blatt mit mäßigen Gehäusespuren gegenüber, verdient das originale Zifferblatt den Vorzug. Eine Erneuerung beseitigt gerade jene Oberfläche, die den historischen Reiz dieser Seiko wesentlich trägt.
Marke
Seiko
Modell
Lord Matic
Referenz
5606-6000
Bekannter Fertigungszeitraum
1971-1971
| Gehäusematerial | Edelstahl |
| Gehäusegröße | 34 mm ohne Krone |
| Werk | Automatikkaliber 5606A |
| Anzahl der Lagersteine | 23 Lagersteine |
| Bekannte Zifferblattvarianten | Mattschwarz oder dunkelblau |
| Anzeige | Wochentag und Datum, bei der bekannten blauen Ausführung einschließlich Englisch und Kanji |
Die bekannten Ausführungen
Die 5606-6000 ist mit einem mattschwarzen Zifferblatt und weiß gedruckten Stundenmarkierungen sowie mit einem dunkelblauen Zifferblatt und aufgesetzten silberfarbenen Markierungen bekannt. Beide Ausführungen tragen aufgesetzte Seiko- und LM-Logos, wirken jedoch deutlich verschieden. Schwarz zeigt sich grafischer und unmittelbarer, Blau verändert seinen Charakter mit dem Umgebungslicht. Bei den blauen Exemplaren ist außerdem eine englische und japanische Wochentagsanzeige neben dem Datum bei drei Uhr dokumentiert.
Ein mit LM signiertes Milanaiseband kann die gestalterische Geschlossenheit erhöhen, sollte aber niemals ein besseres Zifferblatt oder ein präziser erhaltenes Gehäuse übertrumpfen. Ein Armband lässt sich ersetzen, ein erneuertes Zifferblatt wird nicht wieder original. Vorrang hat deshalb eine korrekte, möglichst unverfälschte dunkle Ausführung in einem Kissengehäuse, dessen beabsichtigte Flächen und Kanten noch klar ablesbar sind. Das signierte Band ist eine willkommene Ergänzung, nicht das Fundament der Kaufentscheidung.
Am Handgelenk
Mit 34 mm ohne Krone trägt sich die 5606-6000 kompakt. Durch die breite Kontur des Kissengehäuses besitzt sie dennoch mehr optische Präsenz als ein konventionelles rundes Gehäuse mit identischem Durchmesser. Das dunkle Zifferblatt hält die Erscheinung geschlossen, während polierte, aufgesetzte Logos und Markierungen die Fläche gliedern. So gleitet die Uhr problemlos unter eine Manschette, ohne ihre charakteristische Gehäuseform der 1970er Jahre zu verbergen.
Die Ablesbarkeit hängt von der Zifferblattvariante ab. Der weiße Druck macht die mattschwarze Ausführung auf den ersten Blick besonders klar, während die silberfarbenen Elemente des blauen Blatts stärker mit einfallendem und reflektiertem Licht spielen. Wochentag und Datum bei drei Uhr liefern praktische Informationen, ohne die ausgewogene, kompakte Haltung zu stören. Stabzeiger bewahren dabei die ruhige horizontale Ordnung der Anzeige.
Typische Schwachstellen
Ein erneuertes Zifferblatt ist der schwerwiegendste Fehlkauf, weil dabei die originale Oberfläche und Bedruckung ersetzt werden. Dunkle Blätter können Gebrauchsspuren auf Fotografien zudem wirkungsvoll verbergen. Entscheidend sind daher eine gleichmäßige Farbe und eine glaubwürdige, ruhige Oberfläche, nicht spektakuläre Lichtreflexe. Aufgesetzte Logos und Markierungen sollten sauber sitzen. Die weißen Mittelstreifen der Stabzeiger dürfen weder Korrosion noch später ergänzte Ersatzteile kaschieren.
Zu starkes Polieren beeinträchtigt zuerst die Geometrie des Kissengehäuses und verwischt den Übergang zwischen der breiten Oberseite und den Flanken. Kratzer im Glas wiegen weniger schwer, da das Glas ein austauschbares Wartungsteil ist. Verschleiß oder Dehnung am LM-signierten Milanaiseband beeinflussen dagegen Passform und den Mehrwert einer vollständigen Ausführung. Ohne Belege bleibt die Wartungshistorie offen. Auch ein günstiger Messwert auf der Zeitwaage verrät nicht, wann das Kaliber 5606A zuletzt gewartet wurde.
Diese Uhr datieren
| Seriennummernbereich / Kaliber | Jahr | Hinweis |
|---|---|---|
| 5606 | 1968-1976 | Fertigungszeitraum des Kalibers |
Die Datierungsdaten stammen aus unseren Decoder-Tabellen; die Jahresangaben sind Näherungswerte.
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Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Zifferblattkonfiguration: Das mattschwarze Zifferblatt ist mit weiß gedruckten Markierungen bekannt, das dunkelblaue dagegen mit aufgesetzten silberfarbenen Markierungen. Beide tragen aufgesetzte Seiko- und LM-Logos. Jede andere Mischung verlangt eine nachvollziehbare Erklärung statt einer vorschnellen Annahme.
- Zeiger und Anzeige: Die bekannte blaue Ausführung besitzt silberfarbene Stabzeiger mit weißen Mittelstreifen sowie eine englische und japanische Wochentagsanzeige neben dem Datum bei drei Uhr. Korrosion, unpassende Zeigerformen oder ein unstimmiger Kalender weisen auf eine aus Teilen zusammengesetzte Uhr hin.
- Gehäusegeometrie: Die Referenz verwendet ein 34 mm großes Kissengehäuse aus Edelstahl, gemessen ohne Krone. Starkes Polieren verwischt den Übergang von der breiten Oberseite zu den Gehäuseflanken. Erhaltene Konturen sind deshalb aussagekräftiger als ein möglichst intensiver Glanz.
- Werkidentität: Korrekt ist das automatische Kaliber 5606A mit 23 Lagersteinen. Ein anderes Kaliber wäre mit der von uns dokumentierten Ausführung der 5606-6000 unvereinbar. Das richtige Kaliber allein beweist jedoch nicht, dass Gehäuse und Werk gemeinsam das Werk verlassen haben.
- Hinweise durch das Armband: Ein mit LM signiertes Milanaiseband ist für diese Referenz bekannt, bestätigt die Echtheit der Uhr jedoch nicht allein. Verschleiß und Passform sind getrennt zu beurteilen. Ein signiertes Band darf weder ein erneuertes Zifferblatt noch ein weich poliertes Gehäuse aufwiegen.
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