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    Omega De Ville 111.077, Referenzratgeber für Sammler

    Wählen Sie bei der Omega De Ville 111.077 ein Stahlgehäuse mit dem überzeugendsten, unverfälschten Zifferblatt. Vergoldungsabrieb und nachbearbeitete Zifferblätter sind die größten Zustandsrisiken.

    Omega - De Ville - 111.077

    Die De Ville 111.077 reduziert die klassische Dresswatch auf zwei Zeiger, ein flaches Gehäuse und das Handaufzugskaliber 620. Die von uns katalogisierten Exemplare aus den Jahren 1968 bis 1972 zeigen eine klar umrissene Auswahl: silberne Sonnenschliff-Zifferblätter in Stahl oder vergoldeten Gehäusen sowie gegen Ende des bekannten Zeitraums eine Stahlversion mit grauem Leinenstruktur-Zifferblatt.

    Bei vergleichbarem Preis ist die Stahlversion gegenüber einem vergoldeten Exemplar meist die vernünftigere Wahl. Abgetragene Vergoldung lässt sich durch eine reguläre Wartung nicht wiederherstellen, während sich Gebrauchsspuren auf Stahl häufig akzeptieren lassen, ohne die Gehäuseform anzutasten. Entscheidend bleibt jedoch das Zifferblatt: Eine Nachbearbeitung beeinträchtigt die Attraktivität für Sammler stärker als übliche Gehäusekratzer oder eine unbekannte Wartungshistorie.

    Sammlerratgeber zu Omega

    Referenz

    111.077

    Modell

    De Ville

    Bekannte Fertigungsjahre

    1968-1972

    Werk

    Omega Handaufzugskaliber 620

    Bekannte Gehäusegrößen33 mm oder 34 mm, ohne Krone
    Bekannte GehäusematerialienEdelstahl; vergoldet mit Gehäuseboden aus Edelstahl
    Bekannte ZifferblattausführungenSilberner Sonnenschliff; graue Leinenstruktur
    AnzeigeZwei Zeiger

    Die Varianten im Überblick

    Die frühere Stahlausführung verbindet ein silbernes Sonnenschliff-Zifferblatt mit schwarz gedruckten Indizes und schwarzen Zeigern. Bei der vergoldeten Version bleibt der silberne Sonnenschliff erhalten, hinzu kommen aufgesetzte goldfarbene Stabindizes und ein appliziertes Omega-Logo, während der Gehäuseboden aus Edelstahl besteht. Beide Varianten stellen materiell unterschiedliche Voraussetzungen dar: Abrieb an den Bandanstößen legt bei der vergoldeten Uhr das Grundmetall frei, ein Stahlgehäuse mit ehrlichen Spuren kann dagegen auch ohne kosmetischen Eingriff stimmig bleiben.

    Für 1972 ist die Stahlversion der 111.077 zudem mit grauem Leinenstruktur-Zifferblatt, schwarzen Indizes und schwarzen Stabzeigern belegt. Die Struktur verleiht der Fläche größere optische Tiefe, macht eine Nachbearbeitung aber zugleich schwerer überzeugend zu kaschieren. Zwischen einem kantigen Stahlmodell mit authentisch gealtertem silbernem Zifferblatt und einer äußerlich glänzenderen vergoldeten Uhr verdient Stahl den Vorzug. Bei zwei Stahluhren entscheidet die Unversehrtheit des Zifferblatts.

    Am Handgelenk

    Die bekannten Gehäuse messen ohne Krone 33 mm oder 34 mm. Die schmale, integrierte Lünette überlässt einen großen Teil dieser Breite dem Zifferblatt. Trotz der reduzierten Zwei-Zeiger-Anzeige bleibt die Ablesbarkeit hoch, denn weder Sekundenzeiger noch Datumsfenster unterbrechen die gedruckten Indizes. Diese Uhr ist für die Hemdmanschette geschaffen: Das besonders flache Profil trägt kaum auf, und durch den Handaufzug gehört die Krone zur täglichen Bedienung statt nur zur gelegentlichen Korrektur.

    Das graue Leinenstruktur-Zifferblatt wirkt präsenter als die silberne Sonnenschliff-Ausführung, weil seine Textur auf der großzügigen, ruhigen Fläche deutlich hervortritt. Silber erscheint zurückhaltender und fügt sich leichter in einen formellen Rahmen. Der Unterschied von einem Millimeter ist weniger wichtig als scharfe Gehäusekonturen und guter Zifferblattkontrast. Ein sauberes Exemplar mit 33 mm ist deshalb einem weich polierten 34-mm-Gehäuse vorzuziehen.

    Typische Schwachstellen

    Zifferblattschäden wiegen zuerst. Leichte, verstreute Flecken kommen sowohl auf silbernen Sonnenschliff-Zifferblättern als auch auf grauen Leinenstruktur-Ausführungen vor. Geringfügige Spuren, die erst unter Vergrößerung auffallen, sind einer Neulackierung vorzuziehen, bei der die ursprüngliche Oberfläche verloren geht. Scharfe schwarze Typografie muss zum jeweiligen Schliff passen. Eine unnatürlich gleichmäßige Oberfläche, verschwundene Leinenstruktur oder unpassende Zeiger und Indizes können auf Nachbearbeitung oder eine aus nicht zusammengehörigen Teilen montierte Uhr hinweisen.

    Vergoldungen tragen sich an exponierten Kanten und Bandanstößen ab, und keine gewöhnliche Wartung ersetzt die verlorene Originaloberfläche. Stahlgehäuse sammeln Kratzer, während wiederholtes Polieren die schmale Lünette und die Bandanstöße abrundet. Gläser, Kronen und Dichtungen sind Verschleißteile, ihre bloße Anwesenheit belegt daher keinen vollständig ursprünglichen Zustand. Ohne Unterlagen bleibt die Wartungshistorie unbekannt, und ein einzelner Gangwert erlaubt keine belastbare Aussage zum Zustand des Werks.

    Ausgangspunkt sollte eine 111.077 in Stahl sein, bei der Kaliber 620, Gehäuse und Zifferblattkonfiguration schlüssig zusammenpassen. Maßvolle Flecken sind eher hinzunehmen als eine Nachbearbeitung. Die graue Leinenstruktur ist die markantere Alternative zum silbernen Sonnenschliff, sofern ihre Textur intakt blieb. Andernfalls ist die ehrliche Stahluhr mit silbernem Zifferblatt die fundiertere Wahl.

    Diese Uhr datieren

    Seriennummernbereich / KaliberJahrHinweis
    1,000,0001902ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    2,000,0001908ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    3,000,0001912ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    4,000,0001916ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    5,000,0001923ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    6,000,0001925ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    7,000,0001929ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    8,000,0001935ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    9,000,0001939ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    10,000,0001944ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    11,000,0001947ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    12,000,0001950ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    13,000,0001952ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    14,000,0001954ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    15,000,0001956ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    16,000,0001958ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    17,000,0001960ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    18,000,0001961ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    19,000,0001962ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    20,000,0001963ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    21,000,0001964ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    22,000,0001965ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    24,000,0001966ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    25,000,0001967ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    26,000,0001968ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    28,000,0001969ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    31,000,0001970ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    32,000,0001971ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    33,000,0001972ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    35,000,0001973ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    37,000,0001974ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    39,000,0001975ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    40,000,0001976ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    41,000,0001977ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    42,000,0001978ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    43,000,0001979ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    44,000,0001980ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    45,000,0001982ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    46,000,0001984ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    47,000,0001985ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    48,000,0001986ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    49,000,0001988ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    50,000,0001990ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    53,000,0001993ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    54,000,0001995ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    56,000,0001996ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    58,000,0001998ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre
    60,000,0002000ungefähr, Abweichung ±1-3 Jahre

    Die Datierungsdaten stammen aus unseren Decoder-Tabellen; die Jahresangaben sind Näherungswerte.

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    Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

    • Zifferblattkonfiguration: Bekannt sind Zifferblätter mit silbernem Sonnenschliff oder grauer Leinenstruktur. Der schwarze Druck muss mit der Oberfläche harmonieren. Fehlende Leinenstruktur oder ungewöhnlich gleichmäßiger Lack sprechen eher für ein neu bearbeitetes Zifferblatt als für natürliche Alterung.
    • Zeiger und Stundenmarkierungen: Die graue Leinenstruktur-Ausführung besitzt schwarze Stabzeiger und schwarze Indizes. Silberne Varianten sind mit schwarz gedruckten Elementen oder aufgesetzten goldfarbenen Stabindizes bekannt. Unpassende Teile können auf eine aus verschiedenen Exemplaren zusammengesetzte Uhr hindeuten.
    • Werk: Die von uns geprüften Exemplare verwenden das Omega Handaufzugskaliber 620. Eine als 111.077 bezeichnete Uhr mit anderem Kaliber wird durch diese Befundlage nicht gestützt und benötigt eine dokumentierte Erklärung, bevor Gehäuse und Werk als zusammengehörig gelten können.
    • Gehäusematerial und Abnutzung: Belegt sind Gehäuse aus Edelstahl sowie vergoldete Gehäuse mit einem Boden aus Edelstahl. Sichtbares Grundmetall an den Bandanstößen bedeutet Verlust der Vergoldung. Eine abgerundete schmale Lünette und weich gewordene Bandanstöße weisen auf Polieren hin.
    • Plausibilität der Datierung: Die bekannten Uhren reichen von 1968 bis 1972, die Omega-Seriennummerntabelle besitzt jedoch eine ungefähre Toleranz von ein bis drei Jahren. Eine Datierung außerhalb dieses Zeitraums ist nicht automatisch falsch, wird durch die vorliegenden Befunde aber nicht belegt.

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