Omega De Ville 111.0107, Referenzratgeber
Die Omega 111.0107 ist eine kompakte De Ville mit Handaufzug. Entscheidend ist vor allem der Zifferblattzustand, bei Stahl und Goldauflage gelten unterschiedliche Prüfkriterien.

Die Omega De Ville 111.0107 ist eine zurückhaltende, von 1971-1979 gefertigte Dresswatch mit Handaufzug und reiner Zweizeigeranzeige. Das kompakte Gehäuse und das klare Zifferblatt fügen sich mühelos unter die Manschette. Dort wirkt die Uhr bewusst proportioniert, nicht schlichtweg klein. Vorrang verdient die Ausführung mit dem am besten erhaltenen Zifferblatt, nicht automatisch jene mit dem glänzendsten Gehäuse.
Stahlausführungen verbinden ein 34-mm-Gehäuse mit einem versilberten Zifferblatt. Modelle mit Goldauflage besitzen ein 33-mm-Gehäuse und tragen häufig champagnerfarbene Zifferblätter mit vertikalem Schliff. Der eine Millimeter ist weniger wichtig als die optische Wirkung: Stahl erscheint kühler und breiter, die Goldauflage wärmer und formeller. Innerhalb der Referenz 111.0107 kommen sowohl Kaliber 620 als auch Kaliber 625 vor. Keines von beiden erlaubt für sich allein eine verlässliche Datierung oder Echtheitsbeurteilung.
Referenz
111.0107
Modell
De Ville
Bekannte Produktionsjahre
1971-1979
Gehäusegrößen
33 mm mit Goldauflage; 34 mm Edelstahl
| Werktyp | Handaufzug |
| Bekannte Kaliber | 620 und 625 |
| Anzeige | Zwei Zeiger |
| Bekannte Gehäusematerialien | Goldauflage mit Edelstahlboden; Edelstahl |
| Bekannte Zifferblattoberflächen | Champagnerfarben mit vertikalem Schliff; versilbert |
Die Varianten der Referenz
Die Referenz 111.0107 bietet mehr Varianten, als ihr reduzierter Entwurf zunächst vermuten lässt. Eine Stahlausführung von 1973 kombiniert ein 34-mm-Gehäuse mit versilbertem Zifferblatt, aufgesetzten Stabindizes samt schwarzen Einlagen und schlanken schwarzen Zeigern. Vergoldete Exemplare von 1971, 1973 und 1979 besitzen 33-mm-Gehäuse mit Edelstahlboden. Ihre champagnerfarbenen Zifferblätter können aufgesetzte oder gedruckte Stabindizes tragen.
Für regelmäßiges Tragen ist Stahl meist die unkompliziertere Wahl als eine Goldauflage mit Abrieb an den Bandanstößen. Übliche Gebrauchsspuren legen hier kein andersfarbiges Grundmetall frei, zudem verleiht der zusätzliche Millimeter dem Zifferblatt etwas mehr Präsenz. Eine vergoldete Ausführung überzeugt besonders dann, wenn der vertikale Schliff klar und die Auflage intakt geblieben sind. Verlorene Originalsubstanz lässt sich bei einer Wartung nicht ersetzen, ohne das Gehäuse erheblich zu überarbeiten.
Worauf es beim Exemplar ankommt
Bei dieser De Ville verdient das Zifferblatt die höchste Aufmerksamkeit. Eine saubere versilberte Oberfläche oder ein gleichmäßig vertikal geschliffenes champagnerfarbenes Blatt ist einem optisch schärferen Gehäuse mit neu gestaltetem Zifferblatt vorzuziehen. Eine Überarbeitung verändert Druckbild, Oberflächenstruktur und das Zusammenspiel von Indizes und Zeigern. Stehen ein leicht getragenes Gehäuse mit erhaltenem Blatt und ein poliertes Gehäuse mit erneuertem Druck zur Wahl, ist das bewahrte Zifferblatt sammlerisch überzeugender.
Das Kaliber ändert diese Rangfolge nicht. Sowohl das Handaufzugskaliber 620 als auch das Kaliber 625 gehören zum bekannten Spektrum der Referenz und kommen innerhalb des Zeitraums 1971-1979 vor. Das Werk muss die Gesamtkonfiguration stützen, statt allein als Kaufargument zu dienen. Schlüssige Gehäuseausführung, passende Zifferblattausstattung und ein plausibles Kaliber zählen mehr als die isolierte Entscheidung zwischen 620 und 625.
Typische Schwachstellen
Bei einer 111.0107 mit Goldauflage ist Materialverlust zuerst zu berücksichtigen, besonders an den Kanten der Bandanstöße und anderen exponierten Stellen. Starkes Polieren verschärft das Problem, weil es die Konturen abrundet. Auch ein Stahlgehäuse kann durch dieselbe Behandlung seine ursprüngliche Geometrie verlieren. Die von uns verglichenen vergoldeten Exemplare besitzen einen Edelstahlboden. Ein vollständig goldfarbener Boden verlangt daher eine besonders sorgfältige Einordnung der Gesamtkonfiguration.
Das Zifferblatt birgt das größte sammlerische Risiko. Ein ungleichmäßiger Vertikalschliff, unscharfer De Ville Schriftzug oder ein Druckbild, das nicht zu den aufgesetzten Elementen passt, kann auf eine Überarbeitung hindeuten. Ein echtes Servicezifferblatt ist dagegen ein werksseitiges Ersatzteil und darf nicht als ursprünglich zur Uhr gehörend beschrieben werden. Auch zusammengesetzte Uhren verlangen Aufmerksamkeit: Ein korrektes Kaliber macht keine Kombination aus Zifferblatt, Gehäuse und Werk schlüssig, wenn diese Teile nie gemeinsam ausgeliefert wurden. Ohne Belege bleibt die Wartungshistorie unbekannt.
Diese Uhr datieren
| Seriennummernbereich / Kaliber | Jahr | Hinweis |
|---|---|---|
| 32,000,000 | 1971 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 33,000,000 | 1972 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 35,000,000 | 1973 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 37,000,000 | 1974 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 39,000,000 | 1975 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 40,000,000 | 1976 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 41,000,000 | 1977 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 42,000,000 | 1978 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
| 43,000,000 | 1979 | ungefähr, ±1-3 Jahre |
Die Datierungsdaten stammen aus unseren Decoder-Tabellen; die Jahresangaben sind Näherungswerte.
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Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Zifferblattdruck und Oberfläche: Champagnerfarbene Zifferblätter sollten einen schlüssigen vertikalen Schliff zeigen. Bei versilberten Blättern darf frische Farbe keine Alterung oder Beschädigung überdecken. Unscharfe Omega oder De Ville Schriftzüge sprechen für eine Überarbeitung, nicht für Patina.
- Zeiger und Stundenmarkierungen: Bekannte Gestaltungen umfassen schwarze Stabzeiger mit aufgesetzten Stabindizes sowie champagnerfarbene Zifferblätter mit gedruckten schwarzen Stabmarkierungen. Zeiger, Indizes und Druck müssen als gemeinsame Konfiguration überzeugen, nicht nur jeweils zeittypisch wirken.
- Gehäuse und Gehäuseboden: Bekannte 33-mm-Ausführungen mit Goldauflage besitzen einen Edelstahlboden, die bekannte Stahlversion misst 34 mm. Achten Sie auf Abrieb der Auflage an den Bandanstößen sowie auf durch Polieren abgerundete Gehäusekonturen.
- Werk und Datierung: Die Handaufzugskaliber 620 und 625 kommen beide in der Referenz 111.0107 vor. Vergleichen Sie die Werkseriennummer mit der ungefähren Omega Tabelle und berücksichtigen Sie 1-3 Jahre Spielraum, statt ein exaktes Jahr zu erzwingen.
- Hinweise auf zusammengesetzte Uhren: Ein korrektes Kaliber beweist nicht, dass Werk und Gehäuse das Werk gemeinsam verlassen haben. Widersprüche bei Gehäusematerial, Zifferblattausstattung oder zeitlicher Einordnung der Seriennummer können eine aus verschiedenen Uhren zusammengesetzte Konfiguration erkennen lassen.
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