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    Seiko Lord Marvel 5740-8000, der Referenzleitfaden

    Die Seiko 5740-8000 ist eine 35-mm-Lord-Marvel mit Handaufzug, deren Beurteilung vor allem von Zifferblatt, Gehäusekonturen und dem korrekten Kaliber 5740C abhängt.

    Seiko - Lord Marvel 36000 - 5740-8000

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    Mit der Referenz 5740-8000 brachte Seiko das erste eigene Uhrwerk mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde in einer zurückhaltenden Edelstahluhr unter. Das Kaliber 5740C wird von Hand aufgezogen, während das 35-mm-Gehäuse die technische Bedeutung dezenter erscheinen lässt, als der Name Lord Marvel 36000 vermuten lässt. Eine gebrauchte Seiko Lord Marvel aus dieser Familie empfiehlt sich für Sammler, die frühe japanische Hochfrequenztechnik in einem kompakten, unkomplizierten Gehäuse suchen.

    Entscheidend ist nicht die Wahl zwischen einer guten und einer schlechten Ausführung, sondern das Verhältnis von Erhaltungszustand und Zifferblattcharakter. Silberne Sonnenschliffzifferblätter mit aufgesetzten, facettierten Indizes wirken klarer und förmlicher. Das silberne Leinenzifferblatt mit schwarzen arabischen Ziffern tritt grafischer auf. Zwischen einem sauberen Sonnenschliffzifferblatt und einem beschädigten Leinenzifferblatt verdient die Sonnenschliffversion den Vorzug. Überarbeitungen, Feuchtigkeitsspuren und weich polierte Gehäusekanten wiegen schwerer als die vermeintliche Seltenheit einer Variante.

    Sammlerratgeber zu Seiko

    Referenz

    5740-8000

    Modell

    Lord Marvel 36000

    Bekannter Produktionszeitraum

    1965-1978

    Gehäusedurchmesser

    35 mm ohne Krone

    GehäusematerialEdelstahl
    UhrwerkSeiko Kaliber 5740C
    AufzugHandaufzug
    Steine23 Steine
    Frequenz36.000 Halbschwingungen pro Stunde
    Bekannte ZifferblattvariantenSilberner Sonnenschliff mit aufgesetzten, facettierten Indizes; silberne Leinenstruktur mit schwarzen, gedruckten arabischen Ziffern

    Wofür sie konstruiert wurde

    Im Zentrum der 5740-8000 steht das Kaliber 5740C, Seikos erstes Uhrwerk mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Diese Frequenz begründet die Bezeichnung Lord Marvel 36000, doch die Uhr blieb beim Handaufzug und einer betont zurückhaltenden Gestaltung. Sie ist keine Sportuhr im Gewand einer eleganten Uhr, sondern eine fein proportionierte mechanische Hochfrequenzuhr im kompakten Edelstahlgehäuse.

    Bekannte Exemplare decken den Zeitraum von 1965 bis 1978 ab. Die Referenz begegnet deshalb mit mehreren Zifferblattgestaltungen und nicht als unveränderter Einzelentwurf. Eine Lord Marvel von 1967 ist mit silbernem Leinenzifferblatt und gedruckten arabischen Ziffern dokumentiert, Uhren von 1969 und 1970 mit silbernem Sonnenschliffzifferblatt und aufgesetzten Indizes. Diese Jahresangaben bestätigen zeitgenössische Konfigurationen, belegen jedoch nicht, dass jede Zifferblattvariante in jedem Produktionsjahr erhältlich war.

    Die Varianten im Vergleich

    Gegenüber einem Leinenzifferblatt mit Flecken, beschädigtem Druck oder ersetzten Zeigern ist ein gut erhaltenes Sonnenschliffzifferblatt die überzeugendere Wahl. Seine aufgesetzten, facettierten Indizes reflektieren das Licht und verleihen dem 35-mm-Gehäuse eine elegantere Wirkung. Die Leinenvariante kombiniert schwarze, gedruckte arabische Ziffern mit passender Minuterie und schwarzen Dauphinezeigern. So entsteht ein kräftigerer Kontrast, ohne dass die Uhr größer wirkt.

    Mit 35 mm Durchmesser ohne Krone trägt sich die 5740-8000 nach heutigen Maßstäben kompakt. Das weit gespannte silberne Zifferblatt wahrt die Ablesbarkeit. Weil das Werk täglich von Hand aufgezogen wird, gehört die Krone zum regelmäßigen Umgang mit der Uhr und ist nicht nur ein gelegentlich genutztes Bedienelement. Schwarze Zeiger und Ziffern steigern bei der Leinenversion den Kontrast, während die aufgesetzten Elemente der Sonnenschliffversion stärker mit dem Lichteinfall spielen.

    An erster Stelle steht ein unbeschädigtes Zifferblatt, danach folgen klar definierte Bandanstöße und schließlich ein korrektes, technisch ordentlich laufendes Kaliber 5740C. Eine Widmungsgravur kann zeitgenössisch sein: Ein Exemplar von 1970 trägt eine Auszeichnung von Kawasaki Heavy Industries für dreißig Dienstjahre. Ohne begleitende Unterlagen begründet die Gravur allein jedoch weder eine gesicherte Herkunft noch einen Aufschlag.

    Typische Schwachstellen

    Ein überarbeitetes oder durch Feuchtigkeit beschädigtes Zifferblatt zählt zu den gravierendsten Mängeln, denn weder die silberne Leinenstruktur noch der Sonnenschliff lassen sich überzeugend nachbilden. Bei der Leinenvariante sprechen unscharfe arabische Ziffern oder eine ungleichmäßige Minuterie für eine Neugestaltung. Flecken und Verfärbungen sind bei beiden Ausführungen als Schäden zu werten. Eine gleichmäßige warme Tönung auf einem silbernen Sonnenschliffzifferblatt kann dagegen natürliche Alterung sein, sofern der Druck intakt blieb.

    Zu starkes Polieren nimmt dem Edelstahlgehäuse seine Kontur. Die Folgen sind weiche Bandanstöße und schwache Übergänge an der Lünette. Eine Ersatzkrone kann funktional und zeitlich passend sein, ist deshalb aber nicht ursprünglich zu dieser Uhr gehörig. Vermischte Zifferblatt-, Zeiger- und Werkkomponenten können ein zusammengesetztes Exemplar ergeben. Wurden Gehäuse und Werk aus zwei verschiedenen Uhren verbunden, handelt es sich um eine Zusammenstellung und nicht zwingend um eine vollständige Fälschung.

    Beim Kaliber 5740C genügt es nicht, lediglich die Funktion festzustellen. Ein laufendes Exemplar von 1967 zeigte etwa 45 bis 47 Sekunden Vorgang pro Tag. Die bloße Betriebsfähigkeit belegt daher noch keine angemessenen Gangwerte. Bei einer Uhr ohne Belege bleibt die Wartungshistorie offen, und das Hochfrequenzwerk sollte anhand gemessener Leistung beurteilt werden. Ein sauberes Zifferblatt und ein scharf erhaltenes Gehäuse sind überzeugender als eine angeblich gewartete Uhr ohne Rechnung.

    Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

    • Dial configuration and printing: Bekannt sind ein silbernes Sonnenschliffzifferblatt mit aufgesetzten, facettierten Indizes sowie ein silbernes Leinenzifferblatt mit schwarzen, gedruckten arabischen Ziffern. Unscharfe Ziffern, ungleichmäßige Skalen oder eine fehlende Leinenstruktur sprechen für eine Neugestaltung.
    • Movement identity: Korrekt ist das Seiko Kaliber 5740C mit Handaufzug, 23 Steinen und 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Ein anderes Kaliber macht die Uhr unstimmig und kann auf eine Zusammenstellung aus Teilen verschiedener Exemplare hinweisen.
    • Case dimensions and definition: Die Referenz besitzt ein 35-mm-Edelstahlgehäuse, gemessen ohne Krone. Weiche Bandanstöße und schwach ausgeprägte Gehäuseübergänge weisen auf Politur hin. Eine Politur allein beweist jedoch weder ein nachgefertigtes noch ein nicht zugehöriges Gehäuse.
    • Hands on the linen dial: Die dokumentierte silberne Leinenvariante verbindet schwarze, gedruckte arabische Ziffern mit schwarzen Dauphinezeigern und einer passenden Minuterie. Abweichende Zeiger sind nicht automatisch falsch, benötigen aber belastbare Belege, bevor sie als ursprünglich gelten können.
    • Caseback engraving: Eine Widmungsgravur ist nicht automatisch ein Hinweis auf eine nachträgliche Manipulation. Bekannt ist eine Uhr von 1970 mit einer Inschrift von Kawasaki Heavy Industries für dreißig Dienstjahre. Ohne Dokumente belegt die Gravur lediglich den Text auf dem Gehäuseboden.

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