Rado Marco Polo 11836/1, Referenz im Detail

    Die Rado Marco Polo 11836/1 überzeugt mit ihrem kissenförmigen Stahlgehäuse, entscheidend ist ein möglichst gut erhaltenes Zifferblatt in Silber oder Goldton.

    Rado - Marco Polo - 11836/1

    Die Rado Marco Polo mit der Referenz 11836/1 ist ein charakteristischer Vertreter der Formuhren der 1970er Jahre. Statt eines konventionell runden Profils besitzt sie ein kissenförmiges Tonneau-Gehäuse aus Edelstahl. Automatikwerk, facettierte aufgesetzte Indizes und der drehbare Anker schaffen eine unverwechselbare Erscheinung, ohne übergroße Proportionen zu benötigen. Das rote Datum setzt den stärksten Farbakzent, deshalb ist ein korrektes, sauberes Zifferblatt wichtiger als oberflächlicher Gehäuseglanz.

    Mit 36 mm ohne Krone bleibt die Uhr kompakt, wirkt durch ihre breite Geometrie am Handgelenk jedoch präsenter, als das Maß vermuten lässt. Von uns katalogisierte Exemplare tragen sowohl die Bezeichnung Marco Polo als auch Marco Polo 747, jeweils mit derselben Referenz. Beim Zifferblatt sind ein silberner Sonnenschliff und ein goldfarbener vertikaler Schliff dokumentiert. Entscheiden Sie zuerst nach der Zifferblattqualität, danach nach klarer Gehäuseform und stimmiger Werkkonfiguration.

    Sammlerratgeber zu Rado

    Marke

    Rado

    Modell

    Marco Polo, auch Marco Polo 747 genannt

    Referenz

    11836/1

    Produktionszeitraum

    1970er Jahre

    Gehäusegröße36 mm ohne Krone
    GehäusematerialEdelstahl
    GehäuseformKissenförmiges Tonneau
    WerkAutomatik, AS 1859 und AS 1906 dokumentiert
    Steinzahl25 Lagersteine bei dokumentierten AS 1859 und Marco Polo 747 Exemplaren
    ZifferblattvariantenSilberner Sonnenschliff oder goldfarbene vertikale Bürstung
    ZifferblattdetailsFacettierte aufgesetzte Indizes und drehbarer Rado Anker
    DatumsanzeigeRotes Datum bei 3 Uhr

    Modellvarianten im Überblick

    Die wichtigste Wahl besteht zwischen dem silbernen Zifferblatt mit Sonnenschliff und der goldfarbenen, vertikal gebürsteten Ausführung. Beide besitzen facettierte aufgesetzte Indizes, den drehbaren Rado Anker und eine rote Datumsanzeige, altern jedoch unterschiedlich. Auf Silber treten vereinzelte Flecken und Spuren deutlicher hervor. Beim goldfarbenen Blatt lässt ein ungleichmäßiger oder unterbrochener Bürstenverlauf eine spätere Überarbeitung leichter erkennen.

    Bei Automatikexemplaren dieser Referenz haben wir sowohl AS 1859 als auch AS 1906 dokumentiert. Ein abweichendes Kaliber ist daher für sich genommen noch kein Beleg für eine aus Teilen zusammengesetzte Uhr. Die Werkbezeichnung muss offengelegt und gemeinsam mit Zifferblatt, Zeigersatz und Gehäuse als vollständige Konfiguration beurteilt werden. Ohne stützende Unterlagen sollte die ursprüngliche Werkszuordnung eines einzelnen Exemplars nicht als gesichert dargestellt werden.

    Für die sammlerische Qualität steht das Zifferblatt an erster Stelle. Ein sauberer Sonnenschliff oder eine gleichmäßige Bürstung mit vollständig erhaltenen Appliken ist besonders begehrt. Flecken, lose Staubpartikel und großflächige Spuren schaffen deutliche Unterschiede zwischen ansonsten ähnlichen Uhren. Danach folgt die Gehäusegeometrie, denn weich polierte Kanten lassen sich durch eine Wartung nicht zurückgewinnen. Zwischen einem spiegelnd polierten Gehäuse und einem schärfer erhaltenen Exemplar mit ehrlichen Tragespuren verdient die klarere Form den Vorzug.

    Am Handgelenk

    Das 36-mm-Gehäuse wirkt breiter als eine runde Uhr mit identischem Nenndurchmesser, weil die kissenförmige Tonneau-Silhouette bis in die Ecken ausgreift. Die facettierten Indizes fangen auf beiden dokumentierten Zifferblattvarianten das Licht markant ein. Bei silbernen Exemplaren sichern Stabzeiger mit schwarzen Mittelstreifen einen klaren Kontrast. Das rote Datum bleibt optisch sehr präsent, weshalb eine unsaubere Ausrichtung auch im gewöhnlichen Tragealltag unmittelbar auffällt.

    Typische Schwachstellen

    Ein überarbeitetes Zifferblatt ist der schwerwiegendste Mangel, da der vertikale Bürstenschliff oder der Sonnenschliff den Charakter dieser Referenz wesentlich bestimmt. Ehrlich erhaltene Exemplare können vereinzelte Flecken, Spuren und Staub aufweisen, darunter Partikel, die erst in Makroaufnahmen sichtbar werden. Solche Merkmale sollten präzise benannt und nicht pauschal als Patina verklärt werden. Ein ungleichmäßiges Schliffbild, beeinträchtigte Druckelemente oder Appliken, die nicht mehr schlüssig zur Oberfläche passen, wiegen schwerer als leichte punktuelle Spuren.

    Übermäßiges Polieren verrundet die kissenförmige Tonneau-Silhouette und beseitigt genau jene Übergänge, die das Gehäuse definieren. Werktausch birgt ein weiteres Risiko. AS 1859 und AS 1906 sind beide dokumentiert, doch dadurch wird nicht jede Kombination automatisch original. Auch eine Uhr aus zeitlich passenden Bauteilen kann nachträglich zusammengesetzt sein. Stammen Gehäuse und Werk aus verschiedenen Uhren, liegt eine spätere Gehäuse-Werk-Verbindung vor. Die Wartungshistorie bleibt unbekannt, sofern sie nicht durch Unterlagen belegt ist.

    Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten

    • Zifferblattoberfläche und Appliken: Bekannt sind silberne Zifferblätter mit Sonnenschliff sowie goldfarbene Blätter mit vertikaler Bürstung. Dazu gehören facettierte aufgesetzte Indizes, der drehbare Anker bei 9 Uhr und das rote Datum bei 3 Uhr. Uneinheitlicher Schliff oder beeinträchtigte Druckelemente sprechen für eine Überarbeitung.
    • Zeiger: Eine dokumentierte Ausführung mit silbernem Zifferblatt besitzt Stabzeiger mit schwarzen Mittelstreifen. Ein anderer Zeigersatz beweist nicht automatisch eine Fälschung, verlangt aber eine schlüssige Erklärung, da zeitlich passende Teile nicht zwingend ursprünglich zu dieser Uhr gehören.
    • Gehäusegeometrie: Die Referenz besitzt ein 36 mm großes, kissenförmiges Tonneau-Gehäuse aus Edelstahl. Weiche Außenkonturen und verschwommene Übergänge deuten auf Politur hin. Ein rundes Gehäuse oder eine abweichende Größenangabe entspricht nicht der dokumentierten Konfiguration.
    • Werkbezeichnung: Für diese Referenz sind Automatikwerke mit den Kennzeichnungen AS 1859 und AS 1906 dokumentiert. Das Kaliber ist direkt am Werk zu bestimmen und nicht lediglich anzunehmen. Eine unbelegte Verbindung von Gehäuse und Werk darf nicht als zweifelsfrei original gelten.
    • Hinweise auf Teilemix und spätere Verbindung: Zifferblattoberfläche, rotes Datum, aufgesetzte Indizes, Zeigersatz, Stahlgehäuse und Werk müssen gemeinsam schlüssig sein. Korrekte Einzelteile belegen noch keine korrekte Uhr. Gehäuse und Werk aus unterschiedlichen Uhren ergeben eine nachträglich verbundene Einheit.

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