Rado 11006 Manchester Sapphire, Referenzleitfaden
Die Rado Referenz 11006 ist eine Automatikuhr der 1970s, deren Sammlerwert vor allem von Zifferblatt, Facettenglas und einer stimmigen Manchester Sapphire Konfiguration abhängt.

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27 laufende Rado-Auktionen ansehenDie Rado 11006 steht exemplarisch für die markante Formensprache der 1970s: ein Automatikmodell aus Edelstahl mit kissenförmigem Gehäuse, kraftvoll gestalteten Zifferblattdetails und beweglichem Ankeremblem. Bei der Manchester Sapphire verändert ein facettiertes Saphirglas den Eindruck des Zifferblatts je nach Lichteinfall.
Die Referenz ist vielfältiger, als ein einzelner Modellname vermuten lässt. Uhren mit der Nummer 11006 sind als Manchester, Manchester Sapphire und Trident 300 bekannt, jeweils mit unterschiedlichen Zifferblattstrukturen, Gehäusemaßen und Automatikkalibern. Entscheidend ist deshalb die gesamte Konfiguration, nicht allein die Referenznummer.
Referenz
11006
Modellnamen
Manchester Sapphire, Manchester, Trident 300
Zeitraum
1970s
Gehäusematerial
Edelstahl
| Gehäusegröße Manchester | 35 mm oder 36 mm ohne Krone |
| Gehäusegröße Trident 300 | 33 mm ohne Krone |
| Werkvarianten | Automatikkaliber 2797 oder automatisches ETA Kaliber 2789 |
| Anzahl der Lagersteine | 25 Lagersteine |
| Zifferblatt Manchester Sapphire | Silberner Sonnenschliff mit applizierten, facettierten Indizes und roter Datumsanzeige |
| Glas | Facettiertes Saphirglas bei Manchester Sapphire Exemplaren |
Die Modellvarianten
Die Manchester Sapphire ist besonders überzeugend, wenn Facettenglas, silbernes Sonnenschliffzifferblatt und rote Datumsanzeige eine stimmige Einheit bilden. Das Glas bestimmt ihre optische Architektur, während applizierte, facettierte Indizes und schwarzer Zifferblattdruck für klare Ablesbarkeit sorgen. Eine blaue Manchester besitzt dagegen einen vertikalen Schliff, der flächiger, aber farblich satter wirkt.
Die Referenz 11006 findet sich außerdem bei der Trident 300. Ihr silbernes Zifferblatt trägt eine ausgeprägte radiale Struktur, dazu kommt ein tonneauförmiges Edelstahlgehäuse. Sie ist daher nicht bloß eine weitere Farbvariante der Manchester Sapphire. Auch bei den Werken bestehen Unterschiede: Bei den von uns begutachteten Exemplaren kamen Kaliber 2797 oder ETA Kaliber 2789 zum Einsatz, beide automatisch und mit 25 Lagersteinen verzeichnet. Ein abweichender Modellname belegt somit noch keine aus Teilen zusammengesetzte Uhr, doch jedes Bauteil muss zu einer bekannten Konfiguration passen.
Am Handgelenk
Manchester Ausführungen messen ohne Krone 35 mm oder 36 mm. Durch die kissenförmige Geometrie wirken sie am Handgelenk präsenter als eine runde Uhr gleicher Breite. Das Facettenglas schafft zusätzliche Tiefe über dem Zifferblatt, weshalb die Manchester Sapphire eher architektonisch als flach und zurückhaltend erscheint. Das silberne Sonnenschliffzifferblatt passt unter eine Manschette, doch seine eigentliche Wirkung entfaltet das kantige Glas im Tageslicht.
Die Trident 300 misst ohne Krone 33 mm. Ihr Tonneaugehäuse und die radiale Zifferblattstruktur bündeln die Gestaltung auf kleinerer Fläche und machen sie zur kompakteren 11006 Variante. Bei der Wahl zwischen einer sauberen Manchester Sapphire und einem größeren, aber beeinträchtigten Exemplar verdienen das bessere Zifferblatt und Glas Vorrang. Ein zusätzlicher Millimeter kann beschädigte optische Flächen nicht ausgleichen.
Typische Schwachstellen
Der gravierendste Mangel ist ein nachbearbeitetes Zifferblatt. Sonnenschliff oder vertikale Bürstung, schwarzer Druck, applizierte Elemente und rote Datumsanzeige müssen weiterhin als geschlossenes historisches Design erscheinen. Eine Neulackierung wiegt schwerer als gewöhnliche Tragespuren am Gehäuse. Punktuelle Feuchtigkeitsspuren, Verfärbungen am Zifferblattrand und Oxidation an den Zeigern sind eher vertretbar, sofern sie lokal begrenzt und klar erkennbar sind.
Facettengläser verlangen eine besonders genaue Prüfung. Absplitterungen und tiefe Kratzer stören jene Lichtreflexe, die die Manchester Sapphire auszeichnen. Ein Ersatzglas mit falschem Profil verändert die gesamte Erscheinung. Starkes Polieren rundet die Kanten des Kissengehäuses ab, tiefer Verschleiß kann den Übergang zwischen Oberseite und Flanken verwischen. Ersetzte Kronen sowie unpassende Kombinationen aus Kaliber und Zifferblatt können eine aus Teilen zusammengesetzte 11006 ergeben, selbst wenn jedes einzelne Bauteil echt ist.
Ohne entsprechende Unterlagen bleibt die Wartungshistorie unbekannt, und ein Messwert von der Zeitwaage verrät nicht, wann die letzte Wartung erfolgte. Das Ankeremblem sollte sich frei bewegen, kann für sich genommen jedoch die Echtheit des Zifferblatts nicht bestätigen. Die überzeugendsten von uns geprüften Exemplare wirken zunächst als vollständiges Objekt schlüssig, erst danach stützen Druckbild und Werkveredelung diesen Gesamteindruck.
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Zifferblatt- und Glaskonfiguration: Eine Manchester Sapphire sollte ein facettiertes Saphirglas besitzen, das mit dem darunterliegenden Zifferblatt gestalterisch zusammenwirkt. Prüfen Sie, ob Glasprofil, silberner Sonnenschliff, applizierte facettierte Indizes und rote Datumsanzeige eine schlüssige Konfiguration bilden.
- Zuordnung von Werk und Gehäuse: Die Referenz 11006 ist mit Kaliber 2797 und ETA Kaliber 2789 bekannt. Das Kaliber allein beweist wenig, seine Verwendung muss zu Modellname, Zifferblattaufteilung und Gehäuseform passen, statt eine nachträglich zusammengesetzte Uhr zu ergeben.
- Abgrenzung der Trident 300: Eine als 11006 gekennzeichnete Trident 300 sollte das kompakte, tonneauförmige Edelstahlgehäuse und ein silbernes Zifferblatt mit ausgeprägter radialer Struktur besitzen. Diese Teile als beliebig austauschbare Manchester Komponenten zu behandeln, würde einen wesentlichen Variantenunterschied übersehen.
- Originalität des Zifferblatts: Der Sonnenschliff oder die vertikal gebürstete Struktur sollte sich unter den applizierten Elementen natürlich fortsetzen, begleitet von scharfem schwarzem Druck und ohne Farbe über älteren Schäden. Ein Servicezifferblatt ist ein echter Ersatz, darf aber nicht als ursprüngliches Zifferblatt bezeichnet werden.
- Verschleiß an Gehäuse und Glas: Prüfen Sie das Kissen- oder Tonneaugehäuse auf durch Polieren weich gewordene Übergänge und das Facettenglas auf Absplitterungen sowie tiefe Kratzer. Keiner dieser Mängel macht die Uhr unecht, beide verändern jedoch ihre Gestaltung und ihren Sammlerwert erheblich.
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