Rado Conway: Varianten, Qualität und Kaufberatung
Die Rado Conway ist eine markante Automatikuhr der 1970er, bei der Zifferblatt, klare Gehäusekonturen und das korrekte Werk wichtiger sind als äußerer Glanz.

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31 laufende Rado-Auktionen ansehenDie Conway tritt in Kissen- und Tonneauformen auf. Senkrechter Silberschliff, waagerechte Streifen und wiederkehrende Ankermuster machen das Zifferblatt zum entscheidenden Merkmal.
Besonders überzeugend ist eine Conway aus Stahl mit klaren Gehäuselinien und einem sauberen, charakteristischen Zifferblatt, nicht das nach einer Politur glänzendste Exemplar. Ein überarbeitetes Zifferblatt beeinträchtigt die Attraktivität stärker als gewöhnliche Gehäusespuren. Oxidierte Zeiger sind als Schaden zu bewerten, nicht als Patina. Zudem müssen Werk, Referenz und Anzeige zusammenpassen.
Dokumentierter Produktionszeitraum
1970er Jahre
Dokumentiertes Gehäusematerial
Edelstahl
Dokumentierte Gehäusegrößen
35 mm, 36 mm und 37 mm ohne Krone
Werktyp
Automatik
| Dokumentierte Kaliber | ETA 2782, ETA 2783 und ETA 2789 |
| Dokumentierte Anzahl der Lagersteine | 17 Lagersteine bei Exemplaren mit ETA 2783 und ETA 2789 |
| Dokumentierte Zifferblattgestaltungen | Senkrechter Schliff, waagerechte Streifen, wiederkehrendes Ankermotiv und zweifarbige waagerechte Teilung |
| Dokumentierte Kalenderausführung | Senkrechte Wochentags- und Datumsanzeige bei Referenz 2091329 |
Die Modellvarianten
Die Conway ist kein einheitlicher Entwurf. Referenz 1091036 verbindet ein 36 mm großes Stahlgehäuse mit einem senkrecht gebürsteten silbernen Zifferblatt und dem ETA-Kaliber 2782. Referenz 2091329 besitzt dagegen ein 35 mm großes Kissengehäuse, das ETA-Kaliber 2789 und eine senkrechte Wochentags- und Datumsanzeige. Diese Ausführung wirkt unverkennbar nach den 1970er Jahren, zugleich lassen sich unpassende Kalenderteile an ihrer besonderen Anordnung leichter erkennen.
Die Zifferblattwahl prägt den Charakter stärker als ein Millimeter Größenunterschied. Referenz 3030210 misst 37 mm und trägt ein geprägtes, wiederkehrendes Ankermotiv. Referenz 623.3151 kombiniert ein 36 mm großes Gehäuse, das ETA-Kaliber 2783 und breite waagerechte Streifen. Referenz 3030555 nutzt dieselbe angegebene Größe und dasselbe Kaliber, jedoch mit einem braun-schwarz geteilten Zifferblatt. Als erste Conway empfiehlt sich das sauberere Musterzifferblatt gegenüber einer seltener wirkenden Variante mit Oxidationsspuren.
Am Handgelenk
Mit 35 bis 37 mm ohne Krone bestimmt bei der Conway vor allem die Form den Eindruck am Handgelenk. Kissen- und Tonneaugehäuse beanspruchen mehr Fläche als eine runde Uhr gleicher Breite. Senkrechter Schliff oder breite Streifen verstärken diese Präsenz zusätzlich. Die Referenzen mit 36 mm bilden eine ausgewogene Mitte: eindeutig von den 1970er Jahren geprägt, ohne auf übergroße Abmessungen angewiesen zu sein.
Die Ablesbarkeit hängt vom Zifferblatt ab. Der senkrechte Silberschliff und die aufgesetzten facettierten Indizes verleihen Referenz 1091036 ein ruhigeres Bild, während bei Referenz 3030210 die Oberfläche mit wiederkehrendem Ankermotiv im Vordergrund steht. Referenz 623.3151 mit blauen Streifen ist leicht zu erkennen, doch Oxidation an den Zeigern schwächt den Kontrast. Ein integriert wirkendes oder signiertes Armband vollendet die zeittypische Form, entscheidender als die Signatur allein sind jedoch ein guter Sitz und geringer Gliederverschleiß.
Typische Schwachstellen
Beschädigte Zifferblätter und oxidierte Zeiger zählen zu den schwerwiegendsten optischen Mängeln, denn die Wirkung der Conway beruht wesentlich auf ihrer Oberflächenbearbeitung. Eine Überarbeitung kann den senkrechten Schliff einebnen, das wiederkehrende Ankermotiv abschwächen oder das Verhältnis zwischen aufgesetzten Indizes und gedruckter Beschriftung verfälschen. Ein originales Servicezifferblatt ist von einer nachträglichen Überarbeitung zu unterscheiden. Fehlen Unterlagen, sollte sein Austauschzeitpunkt jedoch nicht geschätzt werden.
Zu starkes Polieren rundet zuerst die Kanten von Kissen- und Tonneaugehäusen ab. Zurück bleiben weiche Übergänge, wo die Geometrie klar gezeichnet sein sollte. Ausgeleierte Armbandglieder können ein signiertes Armband unbequem machen, verschlissene Endglieder stören den integrierten Eindruck. Abrieb einer Beschichtung ist nur bei tatsächlich beschichteten Gehäusen zu prüfen, nicht bei den hier beschriebenen Stahlvarianten. Ohne Belege bleibt die Wartungshistorie unbekannt, und gute Gangwerte allein beweisen keine kürzlich ausgeführte Revision.
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Dial print and surface: Bei Referenz 1091036 sollte der senkrechte Schliff unterhalb der Beschriftung gleichmäßig fortlaufen. Referenz 3030210 muss ein klar geprägtes Feld aus wiederkehrenden Ankermotiven zeigen. Unscharfe Schrift oder eine rund um das Logo unterbrochene Struktur sprechen für eine Überarbeitung.
- Hands and dial relationship: Die aufgesetzten facettierten Indizes und die Zeiger müssen optisch derselben Ausführung angehören. Oxidation an den Zeigern von Referenz 623.3151 ist ein Schaden und kein Echtheitsbeleg. Neu bearbeitete Zeiger vor einem sichtbar gealterten Zifferblatt verlangen genaue Prüfung.
- Case geometry: Kissen- und Tonneaugehäuse leben von definierten Kanten und gleichmäßigem Schliff. Verrundete Übergänge, weiche Ecken und eine unnatürlich glänzende Oberfläche weisen auf Politur hin, besonders wenn das Zifferblatt weiterhin streng geometrisch wirkt.
- Caseback and reference: Die Referenz auf dem Gehäuseboden ist mit Werk und Zifferblattanordnung abzugleichen und darf nicht isoliert als Beleg gelten. Ein Gehäuseboden einer Conway an einem abweichenden Gehäuse oder Kaliber ergibt eine aus nicht zusammengehörigen Teilen montierte Uhr.
- Crown and rotating anchor: Der rotierende Anker ist ein hilfreiches Modellmerkmal, bestätigt aber nicht die Echtheit der gesamten Uhr. Eine Ersatzkrone ist ein Serviceteil und sollte auch so bezeichnet werden, statt eine ansonsten schlüssige Conway allein deshalb abzulehnen.
- Movement configuration: Bekannte Exemplare verbinden Referenz 1091036 mit ETA 2782, Referenz 623.3151 und Referenz 3030555 mit ETA 2783 sowie Referenz 2091329 mit ETA 2789. Abweichungen verlangen eine nachvollziehbare Erklärung und dürfen nicht ungeprüft hingenommen werden.
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