Rado 11816 Golden Horse, Varianten, Qualität und Schwachstellen
Die Rado Referenz 11816 ist eine 38 mm große Automatikuhr der 1970er-Jahre, bei der Zifferblattzustand und modellgerechter Gehäuseboden den Kauf entscheiden.

Die Rado Referenz 11816 verkörpert jene moderne Formensprache der 1970er-Jahre, in der ein 38 mm großes Kissenformgehäuse, vertikal gestaltete Zifferblätter und ein automatisches Werk mit Tages- und Datumsanzeige zusammenfinden. Besonders klar zeigt sich der Entwurf bei der New Golden Horse: Silber oder Olivgrün und Dunkelgrau treffen auf ein breites Gehäuse, applizierte Elemente, den rotierenden Anker und zwei Seepferdchen als unverkennbare Rado Merkmale.
Trotz der gemeinsamen Referenz verlangt die Auswahl genaue Aufmerksamkeit. Die 11816 begegnet als New Golden Horse, Green Horse und Golden Horse, sowohl in Edelstahl als auch mit goldfarbener Oberfläche. Ob jede Namensvariante einem werkseitig klar abgegrenzten Untertyp entspricht, lässt sich anhand der vorliegenden Exemplare nicht belegen. Entscheidend ist deshalb, dass Zifferblatt, Gehäuseboden und Werk eine schlüssige Einheit bilden. Eine Green Horse mit Golden Horse Gehäuseboden ist keine harmlose Abweichung, sondern eine aus unpassenden Komponenten zusammengesetzte Uhr.
Referenz
11816
Produktionszeitraum
1970er-Jahre
Werk
Automatisches ETA Kaliber 2789
Steinzahl
25 Steine
| Gehäusegröße | 38 mm ohne Krone |
| Gehäuseform | Kissenformgehäuse |
| Gehäusematerialien | Edelstahl oder goldfarbene Ausführung |
| Bekannte Modellnamen | New Golden Horse, Green Horse und Golden Horse |
| Zifferblattvarianten | Vertikal gebürstetes Silber oder vertikal gegliedertes Zweifarbdesign in Olivgrün und Dunkelgrau |
| Kalenderanordnung | Tag und Datum, bei der Green Horse einschließlich einer senkrechten Anzeige bei 6 Uhr |
Wofür sie konzipiert wurde
Das 38 mm große Kissenformgehäuse verleiht der Referenz 11816 die breite Präsenz einer alltagstauglichen Uhr der 1970er-Jahre, nicht die zurückhaltenden Proportionen einer früheren, kleineren Anzuguhr. Das automatische ETA Kaliber 2789 übernimmt den Antrieb. Mit 25 Steinen sowie Tages- und Datumsanzeige ist die Konstruktion deutlich praktischer, als die dekorative Zifferblattgestaltung zunächst vermuten lässt. Bei der Green Horse sind Tag und Datum senkrecht bei 6 Uhr angeordnet.
Die New Golden Horse bildet den besten Ausgangspunkt, weil mehrere klar unterscheidbare, zugleich stimmige Zifferblattvarianten ihre Gestaltung nachvollziehbar machen. Ein vertikal gebürstetes silbernes Blatt wirkt ruhiger und lässt Überarbeitungen rasch erkennen. Die zweifarbige Ausführung in Olivgrün und Dunkelgrau besitzt mehr Ausdruck, kann jedoch auffällige Flecken zeigen. Edelstahl ist gegenüber einer goldfarbenen Ausführung meist die verlässlichere Gehäusewahl, denn abgeriebene Beschichtung an Bandanstößen und Kanten lässt sich durch eine übliche Wartung nicht wiederherstellen.
Wo die Qualität entscheidet
Beim Kauf einer gebrauchten Rado 11816 bestimmt vor allem das Zifferblatt die qualitativen Unterschiede. Eine saubere, vertikal gebürstete Oberfläche mit stimmigen applizierten Elementen ist höher einzuschätzen als ein fleckiges zweifarbiges Blatt, selbst wenn dieses die seltenere Farbwirkung bietet. Eine Neugestaltung beseitigt den ursprünglichen Schliff und kann den Kontrast zwischen olivgrüner Mitte und dunkelgrauen Rändern einebnen. Ein neu bedrucktes Zifferblatt wiegt daher schwerer als gewöhnliche Tragespuren am Gehäuse.
Danach folgt die korrekte Zusammenstellung. Ein Green Horse Zifferblatt mit einem von Rado signierten Golden Horse Gehäuseboden vereint Teile, die in dieser Form nicht zusammengehören. Die Signatur macht die Kombination nicht schlüssig. Zwischen einer solchen zusammengesetzten Uhr und einem stärker getragenen Exemplar, bei dem Modellbezeichnung und Gehäuseboden übereinstimmen, verdient die stimmige Uhr den Vorzug. Eine Wartungshistorie gilt nur dann als belegt, wenn zur jeweiligen Uhr eine entsprechende Rechnung vorliegt.
Typische Schwachstellen
Der gravierendste Fehler ist ein nicht zum Modell passender Gehäuseboden, weil er die Identität der vollständigen Uhr berührt und nicht nur ihren optischen Zustand. Großflächige Flecken auf der olivgrünen und dunkelgrauen Oberfläche sind bleibende Schäden. Auch freiliegendes Metall am rotierenden Anker bedeutet einen sichtbaren Farbverlust an einem zentralen Detail. Goldfarbene Gehäuse bergen ein weiteres dauerhaftes Risiko, da die Beschichtung an Bandanstößen und Gehäusekanten bis auf das Grundmetall abgetragen sein kann.
Kissenformgehäuse verlieren durch wiederholtes Polieren zudem ihre Geometrie. Abgerundete Übergänge und weich gewordene Kanten sind relevant, weil gerade das breite Gehäuse den zeittypischen Charakter der Referenz prägt. Bei silbernen Zifferblättern weisen ungleichmäßiger Schliff, unscharfe Modellschrift oder Farbe auf applizierten Elementen auf eine Überarbeitung hin. Bei zweifarbigen Blättern kann eine unnatürlich gleichförmige Farbgrenze dasselbe signalisieren. Eine Ersatzkrone kann zeitlich passend sein, wird dadurch aber nicht zum Originalteil.
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Werkidentität: Das Werk muss die Bezeichnung ETA Kaliber 2789 tragen und der angegebenen Ausführung mit 25 Steinen entsprechen. Ein anderes Kaliber verlangt eine nachvollziehbare Erklärung und kann auf ein Ersatzwerk oder eine aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzte Uhr hinweisen.
- Green Horse Gehäuseboden: Eine Green Horse ist nicht als schlüssig anzusehen, wenn sie einen von Rado signierten Golden Horse Gehäuseboden trägt. Die Signatur gehört zwar zur Marke, doch die abweichende Modellzuordnung macht die vollständige Uhr zu einer nicht stimmigen Kombination.
- Oberfläche des silbernen Zifferblatts: Das silberne Zifferblatt der New Golden Horse sollte einen klar erkennbaren vertikalen Bürstenschliff bewahrt haben. Ungleichmäßige Körnung, mit Farbe gefüllte Strukturen oder unscharfe Schrift können auf eine Überarbeitung statt auf ehrliche Alterung hindeuten.
- Farbgrenzen des zweifarbigen Zifferblatts: Beim olivgrünen und dunkelgrauen Zifferblatt der New Golden Horse sollte die vertikale Farbaufteilung auch bei vorhandenen Flecken strukturell stimmig bleiben. Frische Farbe, verlaufende Kanten oder verlorene Oberflächenstruktur sprechen für ein neu gestaltetes Blatt.
- Rotierender Anker und applizierte Elemente: Das Zifferblatt sollte den rotierenden Rado Anker und die zur gezeigten Ausführung passenden applizierten Elemente tragen. Freiliegendes Metall am Anker ist ein Schaden, während abweichende Metalltöne oder schlecht sitzende Teile auf eine spätere Montage hindeuten können.
- Grenzen bei Gehäuse und Krone: Das 38 mm große Kissenformgehäuse sollte definierte Übergänge statt rund polierter, weich gewordener Kanten zeigen. Für die Krone ist hier keine eindeutige Spezifikation belegt, daher darf eine signierte Krone nicht als Beweis für den vollständigen Originalzustand gelten.
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