Vintage Rado Cornell: Referenzen, Zifferblätter und Kaufkriterien
Entscheidend ist zuerst das Zifferblatt: Eine stimmige Cornell der 1970er Jahre mit passendem Kissengehäuse, Drehanker und korrekter Datumsanordnung ist einer nachbearbeiteten Uhr vorzuziehen.

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25 laufende Rado-Auktionen ansehenDie Cornell überträgt Rados Formensprache der 1970er Jahre in ein Kissengehäuse aus Edelstahl. Hinzu kommen ein Automatikwerk, applizierte Stundenmarkierungen und der Drehanker bei 12 Uhr. Dokumentiert sind graue Zifferblätter mit Radialschliff oder Sonnenschliff, silberfarbene Ausführungen mit Sonnenschliff sowie anthrazitgraue Varianten. Rote Datumsziffern verleihen manchen Exemplaren einen besonders prägnanten Akzent ihrer Epoche.
Die Gehäuse mit 35 mm und 36 mm tragen sich unterschiedlich, doch die Unversehrtheit des Zifferblatts wiegt schwerer als dieser eine Millimeter. Vor dem Kauf müssen außerdem Referenz, Gehäusegröße, Zifferblattbestandteile und Werk eine schlüssige Einheit bilden.
Dokumentierter Produktionszeitraum
1970er Jahre
Bekannte Referenzen
11916, 11916/1, 11928, 11918/1, 11816/1
Dokumentierte Gehäusegrößen
35 mm bei 11916; 36 mm bei 11916/1 und 11816/1
Gehäusematerial
Edelstahl
| Gehäuseform | Kissengehäuse |
| Werktyp | Automatik |
| Benanntes Kaliber | ETA 2783 dokumentiert für 11916/1 und 11816/1 |
| Dokumentierte Anzahl der Steine | 25 Steine |
| Dokumentierte Zifferblattoberflächen | Silber mit Sonnenschliff, Grau mit Sonnenschliff, Grau mit Radialschliff und Anthrazitgrau |
| Anzeigemerkmale | Applizierte Indizes, Drehanker und Datum bei 3 Uhr |
Wofür die Cornell geschaffen wurde
Die Cornell gehört zu Rados automatischen Datumsuhren der 1970er Jahre. Ihr Kissengehäuse und die blockartig gestalteten Zifferblattappliken verleihen ihr jedoch einen architektonischeren Charakter als einer klassischen runden Anzuguhr. Edelstahl sorgt für alltagstaugliche Robustheit, während das Datum bei 3 Uhr und kontrastierende Einlagen in den Stundenmarkierungen eine klare Ablesbarkeit schaffen.
Bei grauen Ausführungen mit Radialschliff oder Sonnenschliff verändert sich die Oberfläche mit dem Lichteinfall. Facettierte, applizierte Indizes geben dem kompakten Gehäuse zusätzliche Tiefe. Der Drehanker vor rotem Grund ist kein beiläufiges Schmuckelement, sondern prägt das unverwechselbare Gesicht der Cornell. Seine Ausführung muss mit Druckbild und übrigen Appliken harmonieren.
Worauf es beim Zustand ankommt
Der schwerwiegendste Mangel ist ein neu lackiertes Zifferblatt. Eine Überarbeitung nimmt der Oberfläche ihren charakteristischen Radialschliff oder Sonnenschliff, und ein schwaches Druckbild lässt sich nicht durch ein saubereres Gehäuse aufwiegen. Silber, Grau und Anthrazit sind für die Cornell belegt, daher beweist die Farbe allein wenig. Erst Oberflächenstruktur, applizierte Elemente, Datumsanzeige und Ankereinheit ergeben eine glaubwürdige Kombination ihrer Epoche.
Oxidation an den Zeigern ist die nächste deutlich sichtbare Schwäche, besonders bei einem ansonsten sauberen Zifferblatt. Übermäßiges Polieren betrifft einen anderen Bereich: Es verwischt das Kissenprofil und lässt das Gehäuse rundlich statt architektonisch wirken. Beschädigte Indexeinlagen, unpassende Zeiger oder ein nicht zugehöriges Werk können aus einer attraktiven Cornell eine aus Teilen zusammengesetzte Uhr machen, selbst wenn jede Komponente von Rado stammt.
Der beste Einstieg
Die Referenz 11916 ist der klarste Einstieg, denn sowohl silberfarbene Zifferblätter mit Sonnenschliff als auch graue Varianten mit Radialschliff sind zusammen mit ihrem 35-mm-Kissengehäuse aus Edelstahl dokumentiert. Stehen ein sauberes Zifferblatt der 11916 und ein größeres 36-mm-Exemplar mit auffälliger Zeigeroxidation zur Wahl, verdient das bessere Zifferblatt den Vorzug, sofern die kleinere Größe für Sie tragbar ist.
Wenn stärkere Präsenz am Handgelenk gewünscht ist, bietet sich die 36-mm-Cornell an. Diese Größe ist für 11916/1 und 11816/1 belegt. Das Kaliber ETA 2783 ist für beide Referenzen dokumentiert, doch dadurch wird nicht jedes lose 2783 automatisch zum korrekten Ersatz. Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger und Werk müssen derselben belegten Konfiguration entsprechen. Ohne Unterlagen bleibt die Wartungshistorie zudem offen.
Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten
- Referenz mit dokumentierten Abmessungen abgleichen: Für die 11916 ist ein 35-mm-Kissengehäuse aus Edelstahl dokumentiert, für 11916/1 und 11816/1 jeweils ein Gehäuse mit 36 mm. Eine abweichende Messung beweist keine Fälschung, liegt jedoch außerhalb der von uns geprüften Vergleichsbasis und verlangt eine besonders sorgfältige Einordnung.
- Zifferblatt als vollständige Cornell Konfiguration beurteilen: Belegt sind silberfarbene Zifferblätter mit Sonnenschliff, graue Varianten mit Sonnenschliff oder Radialschliff und anthrazitfarbene Ausführungen mit applizierten Indizes. Flacher Farbauftrag, schwaches Druckbild oder unsauber sitzende Appliken können auf eine Neulackierung oder ein zusammengesetztes Blatt hindeuten.
- Zeiger mit den Zifferblattappliken vergleichen: Dokumentierte Cornell Exemplare tragen Stabzeiger mit kontrastierenden Einlagen, die optisch zu den applizierten Indizes passen. Oxidation kann eine natürliche Alterungserscheinung sein. Eine abweichende Zeigerform oder unvereinbare Einlagen wecken dagegen den Verdacht auf eine aus verschiedenen Uhren zusammengesetzte Konfiguration.
- Drehanker und Datumsdarstellung prüfen: Der Rado Drehanker gehört bei 12 Uhr auf das Zifferblatt. Rote Datumsziffern sind bei grauen Exemplaren der 11916 und 11816/1 dokumentiert. Keines dieser Merkmale bestätigt allein die Echtheit, doch beide müssen mit Oberfläche, Druckbild und übrigen Appliken des Zifferblatts übereinstimmen.
- Kaliberangaben auf die jeweilige Referenz begrenzen: Das Kaliber ETA 2783 mit 25 Steinen ist für 11916/1 und 11816/1 dokumentiert. Diese Zuordnung darf ohne Belege nicht auf eine andere Cornell Referenz übertragen werden. Zudem kann selbst ein korrektes Werk nachträglich mit einem Gehäuse verbunden worden sein, zu dem es ursprünglich nicht gehörte.
- Politur am Kissenprofil erkennen: Die Cornell lebt von einer klar definierten Kissenkontur und nicht von der Form eines konventionellen runden Gehäuses. Starkes Polieren verwischt diesen Umriss und rundet die Übergänge sichtbar ab. Bereits abgetragenes Metall lässt sich durch keine spätere Aufarbeitung wiederherstellen.
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